Im Jahr 2024 betrug der Anteil der Leerfahrten an den Gesamtfahrten deutscher LKW 37,6 Prozent. Schwere Nutzfahrzeuge verursachen mehr als 6 Prozent gesamten Treibhausgasemissionen in der EU. Erfahren Sie im Blogartikel, wie Unternehmen vor diesem Hintergrund Emissionen senken und ihren CO2-Fußabdruck in der Logistik als Wettbewerbsvorteil nutzen können.
CO2-Werte sind Teil der Entscheidung geworden – in Ausschreibungen, in Gesprächen, zunehmend auch im Tagesgeschäft. Für Verlader wie für Transportdienstleister stellt sich damit weniger die Frage, ob Emissionen ausgewiesen werden, sondern wie belastbar und vergleichbar diese Zahlen sind. Wer sie transparent erfasst und einheitlich berechnet, kann schneller reagieren und gezielt dort ansetzen, wo sich Aufwand wirklich lohnt. Dieser Artikel zeigt, wie das in vier Stufen gelingt.
| Hinweis zur Rechtslage: Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt weiterhin; die Bundesregierung hat eine Novelle/Entwurf angekündigt, die die eigenständige Berichtspflicht streichen soll. Bis zur endgültigen Gesetzesverabschiedung hat das Bundeswirtschaftsministerium das BAFA angewiesen, die Prüfung von LkSG-Unternehmensberichten vorläufig einzustellen. Langfristig sollen die nationalen Regelungen im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht in nationales Recht überführt werden. |
Nur wer die eigenen Emissionen entlang der Lieferkette kennt, kann gezielt handeln. Dazu müssen Daten erhoben, ausgewertet und möglichst einzelnen Transporten, Kunden oder Relationen zugeordnet werden. Die folgenden vier Stufen zeigen, wie der Weg von der ersten Analyse bis zur Optimierung der CO2-Bilanz aussehen kann.
Für die Analyse des ökologischen Fußabdrucks müssen Unternehmen ihre Lieferketten in drei Hauptsektoren (Scope 1–3) betrachten:
Wie sich Emissionen senken lassen und welche Maßnahmen im Alltag wirken, zeigt ein weiterer Beitrag auf dem TIMOCOM Blog.
Mehr erfahrenMit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) steigt der Druck, genauer zu berichten — etwaie CSRD verpflichtet Unternehmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, schreibt aber keine konkreten Sorgfaltsprozesse vor. Die Pflicht zur Risikoanalyse stammt aus dem deutschen LkSG; künftig soll die EU-Lieferkettenrichtlinie (Richtlinie über unternehmerische Sorgfaltspflichten, CSDDD) diese Pflichten europaweit regeln.
Für den Straßentransport sind unter anderem wichtig:
Noch aussagekräftiger werden die Daten, wenn der tatsächliche Energie- oder Kraftstoffverbrauch erfasst wird. Dazu gehören zum Beispiel der Dieselverbrauch pro Tour oder der Stromverbrauch batterieelektrischer LKW.
Für große Unternehmen entsteht vor allem durch die CSRD ein klarer Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie müssen menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in der Lieferkette systematischer bewerten und transparent dokumentieren. Die Berichtspflicht nach dem LkSG soll mit einer Gesetzesnovelle entfallen (Stand Dezember 2025).
Damit aus einzelnen Zahlen eine belastbare CO2-Bilanz wird, müssen sie nach anerkannten Standards berechnet werden.
Wichtige Standards für die Berechnung in der Logistik
Viele CO2-Tools bilden diese Standards technisch ab und liefern belastbare Werte auf Sendungs- oder Tourenebene.
Die CO2-Bilanz zeigt, wo die größten Einsparpotenziale liegen. Maßnahmenbeispiele:
So wird aus der CO2-Bilanz ein praktisches Steuerungsinstrument: Unternehmen erkennen Fortschritte, vergleichen Standorte oder Kunden und können weitere Maßnahmen gezielt planen.
CO2-Zahlen sind kein Selbstzweck. Sie machen sichtbar, wo Emissionen entstehen und welche Relationen besonders ins Gewicht fallen. Genau dort lassen sich Ansatzpunkte erkennen, die im Alltag oft untergehen.
Die politische und regulatorische Lage ist im Fluss. Berichtspflichten werden angepasst, Prüfprozesse verändert. Für die Praxis ist das nur begrenzt entscheidend. Denn unabhängig von Gesetzen wollen Kunden verstehen, wie ihre Waren transportiert werden.
Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck kennen und erklären können, sind darauf besser vorbereitet. Sie führen Gespräche sachlicher, ordnen Anforderungen besser ein und leiten Maßnahmen gezielt ab.
Am Ende geht es nicht darum, alles auf einmal zu verändern. Sondern darum, Transparenz zu schaffen und Schritt für Schritt besser zu werden.
Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 55.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa.
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