Transportbarometer Q1 2026: Weniger LKW, mehr Aufträge

DE_Fracht-Laderaum-Verhaeltnis in Europa

Mehr Fracht, weniger Kapazität im Markt

Im ersten Quartal 2026 wurden europaweit 41 % mehr Frachtangebote in der Frachtenbörse eingestellt als im Vorjahr.

Parallel dazu sind die bei TIMOCOM gemeldeten LKW-Kapazitäten weiter zurückgegangen – im Vergleich zu Q1 2025 um 7 %.

Für Auftraggeber von Transportaufträgen hat das spürbare Folgen: Insbesondere auf stark ausgelasteten Routen wird die Disposition zunehmend schwieriger. Touren lassen sich seltener langfristig absichern.

Sie möchten sehen, wie sich Angebot und Nachfrage aktuell entwickeln? Weitere Daten, Grafiken und Auswertungen enthält der aktuelle TIMOCOM Transportbarometer Report zum Download.

Warum die Transportnachfrage trotz schwacher Konjunktur steigt

Die wirtschaftliche Entwicklung blieb zu Jahresbeginn schwach. Weniger Konsum und weniger Aufträge aus der Industrie bremsten den Markt.

Gleichzeitig war die Nachfrage nach Transportaufträgen hoch. Im Februar lag die Produktion in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 3,5 % über dem Vorjahreswert. Treiber waren vor allem die Autoindustrie und Konsumgüter.

Mehr Produktion und Konsum führt zu mehr Transportbedarf. Im März sorgte zusätzlich das Ostergeschäft für mehr Transportaufträge.

Warum LKW-Kapazitäten im Markt weiter zurückgehen

In Deutschland könnte der LKW-Fuhrpark laut Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) um 10 bis 20 % sinken. Damit droht ein anhaltender Kapazitätsrückgang auch konkret im deutschen Markt.

Immer mehr Transportunternehmen reduzieren ihre Flotten oder stellen einzelne Fahrzeuge still. Der Grund ist wirtschaftlicher Druck. Steigende Energiepreise und unsichere Marktbedingungen machen viele Transporte unrentabel. Was sich nicht wirtschaftlich betreiben lässt, wird aus dem Markt genommen.

Das ist kein kurzfristiger Effekt, sondern verändert den Markt dauerhaft: Insgesamt bleiben weniger Fahrzeuge, die die Zahl der Transportaufträge nicht komplett abdecken können.

DE_Laderaumangebote in Europa

Frachtanteil bleibt auf hohem Niveau

Im März lag der Frachtanteil europaweit bei 79 % – und damit 11 Prozentpunkte über dem Vorjahr.

Auch die Vormonate zeigen eine klare Entwicklung. Schon im Januar lag der Wert bei 79 % (+4 Prozentpunkte). Im Februar lag er bei 75 % (+9 Prozentpunkte).

Der Markt bewegt sich damit über mehrere Monate hinweg auf einem ungewöhnlich hohen Niveau.

Auch in Deutschland zeigt sich diese Entwicklung: Der Frachtanteil lag im März bei 77 % und damit klar über dem Vorjahreswert (+9 Prozentpunkte).

Auffällig ist: Der Markt entwickelt sich dynamischer, als es die wirtschaftliche Lage erwarten lässt. Das deutet darauf hin, dass Transporte öfter kurzfristig vergeben werden. Feste Transportpartner reduzieren gleichzeitig ihre Kapazitäten oder gehen weniger langfristige Bindungen ein. Diese Entwicklung beeinflusst auch die Preisgestaltung.

Preise im europäischen Spotmarkt ziehen verzögert an

Die Preise im Spotmarkt reagieren zeitverzögert. Zu Jahresbeginn sanken sie zunächst noch einmal.

Mit der Zuspitzung der Lage im Nahen Osten drehte sich die Entwicklung. Im März stiegen die Preisvorschläge von Woche zu Woche.

Im ersten Quartal 2026 zeigt sich folgendes Bild:

  • Auftragnehmer: +9,5 % höhere Preisforderungen im Vergleich zum Vorjahresquartal
  • Auftraggeber: +8,9 % höhere Preisangebote
  • Preisniveau: Ø 1,49 €/km bis 1,75 €/km

DE_Transportpreise EU - EU

Transportpreise in Deutschland liegen auf höherem Niveau

Innerhalb Deutschlands zeigt sich eine ähnliche Entwicklung.

Im ersten Quartal 2026 ergibt sich folgendes Bild:

  • Auftragnehmer: +9,7 % höhere Preisforderungen im Vergleich zum Vorjahresquartal
  • Auftraggeber: +9,1 % höhere Preisangebote
  • Angebotspreise: Ø 1,59 €/km bis 1,98 €/km
  • Forderungen der Auftragnehmer: gingen teilweise über 2 €/km hinaus

Ausblick auf Q2 2026: Unsicherheit bleibt der bestimmende Faktor

Die weitere Entwicklung des Transportmarkts hängt stark von der politischen Lage ab. Insbesondere die Situation im Nahen Osten und mögliche Auswirkungen auf zentrale Handelsrouten bleiben ein wesentliches Risiko. Aktuell bestimmen Unsicherheit, Kostensteigerungen und rückläufige Kapazitäten die Logistikbranche stärker als Wachstum.

„Sollte sich die Lage weiter zuspitzen, werden Transportkapazitäten nachhaltig aus dem Markt verschwinden“, kommentiert Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei TIMOCOM.

Für die kommenden Monate wird ein Frachtanteil von rund 80 % erwartet. Im Mai (82 %) kann er saisonal bedingt leicht darüber liegen – bei weiterhin angespanntem Marktumfeld.

Der aktuelle Transportbarometer-Report von TIMOCOM liefert wertvolle Hinweise, damit Unternehmen diese Marktentwicklung besser einschätzen und fundierte Entscheidungen treffen können. Schauen Sie rein und bleiben Sie informiert!

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