Die Entscheidung ist gefallen: Transporte sollen neu vergeben werden. Gleichzeitig steht ein klarer Zeitrahmen im Raum. Bis zu einem bestimmten Termin muss die neue Partnerschaft stehen.
Transporte können über bestehende Dienstleister, gezielt ausgewählte Anbieter oder digitale Plattformen ausgeschrieben werden. Welcher Kanal sinnvoll ist, hängt vor allem vom Ziel, vom Budget und davon ab, wie viele Anbieter erreicht werden sollen.
Die Wahl des richtigen Kanals entscheidet darüber, welche Anbieter tatsächlich erreicht werden und wie gut sich Angebote später vergleichen lassen. Nicht jeder Weg eignet sich für jede Ausgangssituation.
Grundsätzlich gibt es drei typische Möglichkeiten für Transportausschreibungen an Speditionen und Frachtführer:
Transportausschreibung im bestehenden Logistiknetzwerk
Die Logistikausschreibung bleibt auf bestehende Transportdienstleister beschränkt. Diese werden direkt angefragt, Angebote abzugeben. Dieser Ansatz eignet sich vor allem, wenn bestehende Partnerschaften grundsätzlich funktionieren.
Vorteile:
Einschränkungen:
Transport ausschreiben an einen gezielt erweiterten Anbieterkreis
Neben bestehenden Partnern werden weitere Dienstleister bewusst in die Ausschreibung aufgenommen, etwa über Empfehlungen, bestehende Kontakte oder Marktrecherche.
Dieser Weg ist sinnvoll, wenn der Wettbewerb gezielt erhöht und gleichzeitig die Auswahl der Anbieter kontrolliert bleiben soll.
Vorteile:
Einschränkungen:
Offene Transportausschreibung über digitale Plattformen
Die Ausschreibung wird über digitale Plattformen oder Netzwerke veröffentlicht und ist für eine größere Anzahl potenzieller Anbieter sichtbar.
Dieser Ansatz bietet sich an, wenn eine hohe Marktabdeckung erreicht und neue Kapazitäten erschlossen werden sollen.
Vorteile:
Einschränkungen:
Ein Teil dieser Einschränkungen lässt sich durch die Wahl der Plattform beeinflussen. Während einige Plattformen eine sehr breite Streuung aufweisen, arbeiten andere mit geprüften Teilnehmerstrukturen.
Der TIMOCOM Road Freight Marketplace ist beispielsweise ein führendes Logistiknetzwerk in Deutschland und Europa, in dem Unternehmen bereits vorab überprüft wurden. Ausschreibungen werden direkt in diesem Netzwerk platziert. Dadurch kann der Aufwand für die Anbieterauswahl reduziert und die Vergleichbarkeit der Angebote verbessert werden. Ebenfalls können Sie auf Bewertungen von vorherigen Auftraggebern zurückgreifen.
Erfahren Sie, wie Sie sich dem anhaltenden Laderaummangel stellen, hohen Zeitaufwand in der Disposition reduzieren und die Transportvergabe digital vereinfachen.
Jetzt Ratgeber herunterladenEine LKW-Transportausschreibung liefert nur dann vergleichbare Angebote, wenn die zugrunde liegenden Daten klar definiert sind. Unklare oder unvollständige Angaben führen dazu, dass Preise schwer einzuordnen sind und im Nachgang zusätzlicher Abstimmungsaufwand entsteht.
Im ersten Schritt geht es daher darum, die eigenen Transportanforderungen sorgfältig aufzubereiten:
Relationen und Strecken
Grundlage sind die zu fahrenden Relationen. Start- und Zielorte sollten möglichst konkret beschrieben werden. Wichtig ist vor allem, ob es sich um feste oder variable Strecken handelt und ob Besonderheiten wie feste Rampen oder wechselnde Entladestellen berücksichtigt werden müssen.
Mengen und Frequenzen
Neben den Relationen bestimmen die Mengen und die Häufigkeit der Transporte die Kalkulation der Anbieter. Entscheidend ist, wie viele Sendungen in welchem Zeitraum anfallen und ob die Transporte regelmäßig oder schwankend auftreten.
Sendungsstruktur und Anforderungen
Anbieter müssen einschätzen können, welche Anforderungen im operativen Alltag entstehen.
Dazu gehören:
Je klarer diese Daten vorliegen, desto besser lassen sich Angebote vergleichen. Fehlende oder ungenaue Angaben führen in der Praxis häufig zu Sicherheitsaufschlägen oder Nachverhandlungen.
Die Struktur der Ausschreibung entscheidet darüber, wie vergleichbar Angebote sind und welche Anbieter sich beteiligen. Eine unklare Struktur führt häufig zu schwer vergleichbaren Preisen und erhöhtem Abstimmungsaufwand.
Ziel ist es, die Ausschreibung so aufzubauen, dass Anbieter die Anforderungen eindeutig verstehen und Angebote konsistent kalkulieren können.
Bündelung oder Einzelvergabe
Relationen können gebündelt oder einzeln vergeben werden. Gebündelte Ausschreibungen reduzieren den Steuerungsaufwand und sind für größere Anbieter oft attraktiver. Einzelvergaben bieten mehr Kontrolle, erhöhen aber die Komplexität.
Klare Losstruktur
Die Aufteilung in Lose legt fest, wie Angebote abgegeben werden können. Eine klare Losstruktur sorgt dafür, dass Anbieter wissen, auf welche Teile der Ausschreibung sie bieten können. Unklare oder zu komplexe Strukturen führen häufig zu unvollständigen oder schwer vergleichbaren Angeboten.
Reichweite der Ausschreibung festlegen
Die Ausschreibung kann an einen definierten Anbieter-Kreis gerichtet oder offen im Markt platziert werden. Ein begrenzter Teilnehmerkreis erleichtert die Steuerung und reduziert den Auswertungsaufwand. Eine offene Ausschreibung erhöht die Reichweite und schafft mehr Markttransparenz, erfordert aber eine sorgfältigere Auswahl der Angebote.
Nach Ablauf der Ausschreibung liegen in der Regel mehrere Angebote vor. Die Herausforderung besteht darin, diese Angebote so zu vergleichen, dass eine fundierte Entscheidung getroffen werden kann.
Der Vergleich ist kein reiner Preisabgleich. Entscheidend ist, wie gut Angebot und tatsächliche Anforderungen zusammenpassen. Für einen strukturierten Vergleich sollten vor allem folgende Punkte geprüft werden:
Preis im Zusammenhang bewerten: Preise sind nur vergleichbar, wenn sie auf den gleichen Annahmen basieren. Auffällige Abweichungen sollten immer hinterfragt werden.
Gleiche Datengrundlage sicherstellen: Alle Angebote müssen sich auf die gleichen Relationen, Mengen und Anforderungen beziehen.
Leistungsumfang vergleichen: Unterschiede bei Zeitfenstern, Equipment oder Zusatzleistungen beeinflussen den Preis und müssen berücksichtigt werden.
Umsetzbarkeit prüfen: Entscheidend ist, ob Kapazitäten realistisch bereitgestellt werden können und die Anforderungen im Alltag erfüllt werden.
Risiken erkennen: Unklare Angaben oder unrealistisch niedrige Preise führen häufig zu Problemen in der späteren Zusammenarbeit.
Ein sauberer Vergleich ist die Grundlage für die Auswahl des passenden Transportpartners. Ziel ist nicht das günstigste Angebot, sondern die beste Kombination aus Preis, Leistung und Umsetzbarkeit.
Viele Probleme entstehen nicht bei der Auswahl, sondern bereits in der Vorbereitung der Ausschreibung. Wer die vorherigen Schritte zu Daten, Struktur und Bewertung sauber umsetzt, vermeidet die meisten dieser Fehler von Anfang an.
Die häufigsten Fehler lassen sich auf wenige Punkte zurückführen:
Eine Transportausschreibung soll nicht einfach einen Prozess erfüllen, sondern dazu führen, den passenden Transportpartner zu finden.
Wichtig ist vor allem eine gute Vorbereitung. Klare Daten, eine durchdachte Struktur und ein sauberer Vergleich der Angebote sorgen dafür, dass Entscheidungen auf einer verlässlichen Grundlage getroffen werden und typische Fehler vermieden werden.
In der Praxis zeigt sich, dass nicht das günstigste Angebot die beste Wahl ist, sondern das Angebot, das Preis, Leistung und Umsetzbarkeit sinnvoll kombiniert. Daran entscheidet sich, ob die Zusammenarbeit im Alltag funktioniert.
Wer Transporte strukturiert ausschreibt, schafft die Grundlage für stabile Abläufe, planbare Kosten und verlässliche Partner.
Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 58.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa.