CO2-Fußabdruck reduzieren in 4 Stufen

Das Bild zeigt eine Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger, mit dem auf das CO2-Symbol getippt wird.

CO2-Werte sind Teil der Entscheidung geworden – in Ausschreibungen, in Gesprächen, zunehmend auch im Tagesgeschäft. Für Verlader wie für Transportdienstleister stellt sich damit weniger die Frage, ob Emissionen ausgewiesen werden, sondern wie belastbar und vergleichbar diese Zahlen sind. Wer sie transparent erfasst und einheitlich berechnet, kann schneller reagieren und gezielt dort ansetzen, wo sich Aufwand wirklich lohnt. Dieser Artikel zeigt, wie das in vier Stufen gelingt.

Hinweis zur Rechtslage: Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) gilt weiterhin; die Bundesregierung hat eine Novelle/Entwurf angekündigt, die die eigenständige Berichtspflicht streichen soll. Bis zur endgültigen Gesetzesverabschiedung hat das Bundeswirtschaftsministerium das BAFA angewiesen, die Prüfung von LkSG-Unternehmensberichten vorläufig einzustellen. Langfristig sollen die nationalen Regelungen im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht in nationales Recht überführt werden.

CO2 Berechnung in der Logistik: 4 Stufen zur Reduktion von CO2 in Lieferketten

Nur wer die eigenen Emissionen entlang der Lieferkette kennt, kann gezielt handeln. Dazu müssen Daten erhoben, ausgewertet und möglichst einzelnen Transporten, Kunden oder Relationen zugeordnet werden. Die folgenden vier Stufen zeigen, wie der Weg von der ersten Analyse bis zur Optimierung der CO2-Bilanz aussehen kann.

Die Grafik zeigt den vierstufigen Prozess von der Untersuchung über die Datenerhebung und Berechnung hin zur Optimierung des CO2-Ausstoßes.

Stufe 1: Drei Emissionsbereiche der CO2-Bilanz verstehen

Für die Analyse des ökologischen Fußabdrucks müssen Unternehmen ihre Lieferketten in drei Hauptsektoren (Scope 1–3) betrachten:

  • Sektor 1: direkte Emissionen, verursacht durch den eigenen Fuhrpark, Produktionsstätten, Lager oder auch Ladenlokale
  • Sektor 2: indirekte Emissionen, die extern eingekauft und genutzt werden, wie z. B. Strom, Öl und Gas für das Betreiben der Geschäftsräume und Produktionsstätten
  • Sektor 3: sonstige indirekte Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen. Sie umfassen z. B. eingekaufte Rohstoffe, zugekaufte Transport- und Entsorgungsleistungen, gemietete Infrastrukturen, Geschäftsreisen, Nutzung und Entsorgung der fertigen Produkte sowie Emissionen aus Beteiligungen und Investitionen.

Wie sich Emissionen senken lassen und welche Maßnahmen im Alltag wirken, zeigt ein weiterer Beitrag auf dem TIMOCOM Blog.

Stufe 2: Relevante Daten aus Transporten erfassen

Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) steigt der Druck, genauer zu berichten — etwaie CSRD verpflichtet Unternehmen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, schreibt aber keine konkreten Sorgfaltsprozesse vor. Die Pflicht zur Risikoanalyse stammt aus dem deutschen LkSG; künftig soll die EU-Lieferkettenrichtlinie (Richtlinie über unternehmerische Sorgfaltspflichten, CSDDD) diese Pflichten europaweit regeln.

Für den Straßentransport sind unter anderem wichtig:

  • Start- und Zielort der Sendung
  • Distanz und verwendeter Verkehrsträger
  • Art und Gewicht der Ladung
  • verwendetes Fahrzeug und Antriebsart

Noch aussagekräftiger werden die Daten, wenn der tatsächliche Energie- oder Kraftstoffverbrauch erfasst wird. Dazu gehören zum Beispiel der Dieselverbrauch pro Tour oder der Stromverbrauch batterieelektrischer LKW.

Für große Unternehmen entsteht vor allem durch die CSRD ein klarer Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie müssen menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in der Lieferkette systematischer bewerten und transparent dokumentieren. Die Berichtspflicht nach dem LkSG soll mit einer Gesetzesnovelle entfallen (Stand Dezember 2025).

Stufe 3: Treibhausgase mit einheitlichen Methoden berechnen

Damit aus einzelnen Zahlen eine belastbare CO2-Bilanz wird, müssen sie nach anerkannten Standards berechnet werden.

Wichtige Standards für die Berechnung in der Logistik

Viele CO2-Tools bilden diese Standards technisch ab und liefern belastbare Werte auf Sendungs- oder Tourenebene.

Stufe 4: CO2-Bilanz gezielt verbessern

Die CO2-Bilanz zeigt, wo die größten Einsparpotenziale liegen. Maßnahmenbeispiele:

  • Fahrzeuge besser auslasten und Leerfahrten vermeiden
  • Sendungen bündeln und Touren sorgfältig planen
  • unnötige Distanzen zwischen Standorten reduzieren
  • nach Möglichkeit auf emissionsärmere Verkehrsträger umsteigen
  • effizientere Fahrzeuge und alternative Antriebe einsetzen

So wird aus der CO2-Bilanz ein praktisches Steuerungsinstrument: Unternehmen erkennen Fortschritte, vergleichen Standorte oder Kunden und können weitere Maßnahmen gezielt planen.

CO2-Fußabdruck reduzieren: Ein Wettbewerbsvorteil für die Zukunft

CO2-Zahlen sind kein Selbstzweck. Sie machen sichtbar, wo Emissionen entstehen und welche Relationen besonders ins Gewicht fallen. Genau dort lassen sich Ansatzpunkte erkennen, die im Alltag oft untergehen.

Die politische und regulatorische Lage ist im Fluss. Berichtspflichten werden angepasst, Prüfprozesse verändert. Für die Praxis ist das nur begrenzt entscheidend. Denn unabhängig von Gesetzen wollen Kunden verstehen, wie ihre Waren transportiert werden.

Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck kennen und erklären können, sind darauf besser vorbereitet. Sie führen Gespräche sachlicher, ordnen Anforderungen besser ein und leiten Maßnahmen gezielt ab.

Am Ende geht es nicht darum, alles auf einmal zu verändern. Sondern darum, Transparenz zu schaffen und Schritt für Schritt besser zu werden.

Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 55.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa.